Von Syvota nach Zakynthos und zurück nach Kefalonia

Wir machen ein paar Tage halt in der kleinen Bucht von Syvota. Hier waren wir vor zwei Jahren nachdem wir eine schlimme Sturmnacht am Anker überstanden hatten und nun möchten wir ein paar Bekannten Hallo sagen. Wir bleiben ein paar Tage und sind erstaunt wieviel Boote immer noch unterwegs sind. Einmal kommt eine rumänische Flottille mit über 100 Booten. Hört sich erschreckend an, war aber im Nachhinein halb so schlimm und wir hatten dennoch eine relativ ruhige Nacht.

Syvota war einmal ein kleines Fischerdorf an einer tiefen, kleinen Bucht gelegen. Mittlerweile besteht die Uferpromenade aus, Restaurants, Cafés, kleinen Minimärkten und Souvenirläden. Dennoch hat es sich einen gewissen Charme erhalten. Um die Bucht herum steigt das Gelände überall steil an und es wird gebaut was das Zeug hält. Große luxeriose Ferienhäuser, meist mit riesigen Glasfronten und ein Blick auf Google Maps zeigt bei allen einen großen Pool im Garten. Ist das wirklich gut für die Region oder nur für eine handvoll betuchter Griechen die hier Fördermittel abgreifen und die Bucht vermarkten?

Ich versuche einen alten Pfad am Nordufer entlang zu gehen, der unterhalb der meisten Häuser an die Ostspitze führt. Das letzte Stück ist ziemlich überwuchert und meine Beine sind schon ziemlich zerkratzt, als ich dann doch vor einem geschlossenen Tor einer Ferienhaussiedlung stehe, der Pfad hinter dem Zaun führt nach unten ans Meer. Für mich ist kein Durchkommen mehr, also muss ich mich beim Zurück wieder durch das Gestrüpp schlagen.

Am nächsten Tag gehe ich dann die Straße zum nordwestlichen Ufer, vorbei an vielen Villen und Ferienhäusern mit privatem Meerzugang und ganz am Ende gibt es einen kleinen Trampelpfad zum Wasser.

Die Wettervorhersage sagt uns östliche Winde voraus. Wir legen ab mit Kurs Süd. Wir überlegen welche Segel wir setzen, denn noch hat es nur 12 Knoten Wind. Wir entscheiden uns für das Groß im ersten Reff und die Fock. Eine Besegelung die einen großen Bereich abdeckt. Kaum sind die Segel gesetzt nimmt auch der Wind zu und eine halbe Stunde später haben wir beständig über 20 Knoten, das sind um die 40 km/h und der Wind steigt stetig weiter. Die Insel Atokos schickt uns noch eine Düse, die Wellen sind mittlerweile ekelhaft steil. 10 Meilen weiter geht uns dann tatsächlich der Wind aus. Das gibt’s doch nicht. Wir motoren das letzte Stück an Kefalonia entlang und gehen um die Südspitze vor der Kamini Beach vor Anker. Hier liegen wir gut vor einem langen Sandstrand.

Gleich am nächsten Tag können wir weitersegeln, dieses mal nur mit der großen Genua. Der Wind kommt von Nordosten und schiebt uns von hinten nach Zakynthos, genauso wie die Wellen. Habe ich schon mal erwähnt dass die Wellen hier schon bei normalem Wind gleich ekelhaft hoch und steil werden? Richtig ungemütlich.

Im Süden von Zakynthos halsen wir und haben nun einen viel besseren Kurs zur Welle. Wir können direkt die Südwestküste der Insel anlegen und hoffen dort vielleicht ankern zu können. Und tatsächlich, als wir die weißen Klippen im Süden runden schläft der Wind ein bzw. wird abgeschattet und wir suchen uns eine wunderschöne Bucht aus, wo der Anker auf 9 m ins blaue Wasser abtaucht. Und es ist wirklich blau. So blau wie ich es vielleicht noch nie gesehen habe. Ob das an den weißen Klippen liegt?

Eine Stunde vor Sonnenuntergang geht das letzte der kleinen Tagesausflugsboote und für 5 Minuten glauben wir heute Nacht die Bucht für uns alleine zu haben. Doch dann ist der Run eröffnet und flugs sind weitere fünf Boote in der Bucht. Dennoch alles entspannt, bis auf einen großen Charterkat, der sich direkt vor einen Mono legt und seine Landleinen nicht nur innerhalb seines Schwoikreises festmacht, sondern damit quasi auch den Strandabschnitt absperrt, an dem die Tagestouristen anlegen.

Die Bucht ist spektakulär. Wir genießen den Sonnenuntergang und nachts hören wir den weit verbreiteten Ruf einer Zwergohreule.

In den sandigen Buchten, die so schön aussehen, sind meist nicht viele Fische zu sehen. Doch hier gibt es einige Felsen am Rand und dort tummeln sich auch ein paar verschiedene Fischarten. Doch ich freue mich richtig als ich auf dem Sandgrund nah beim Boot einen kleinen Rochen entdecke. Das sieht man im Mittelmeer eher selten. Leider ist das Schnorcheln in diesen Buchten meist recht gefährlich, da ständig irgendwelche Motorboote teilweise Vollgas durch die Bucht fahren. Ohne Boje geht es gar nicht und selbst wenn man eine dabei hat hält man sich lieber ganz am Rand auf, in der Hoffnung, keiner Schiffsschraube zu nah zu kommen. Nur wenige Skipper fahren langsam und mit Bedacht in die Ankerbuchten. Das gilt leider fast überall, deshalb ist es selten möglich einfach vom Boot aus sorglos schwimmen zu gehen.

Mit dem nachmittäglichen Wind setzen wir auch wieder die Segel und verholen in die große Bucht im Süden Zakynthos‘. Vor einem kleinen ehemaligen Fischerdorf bleiben wir zwei Tage. An die bekannten Strände, die als Brutstrände von Schildkröten bekannt sind, zieht es uns nicht. Dort ist schon zuviel Trubel, trotz Nationalparkstatus und wir müssen da nicht dabei sein.

Mit Wind aus Süd segeln wir wieder an die Ostküste der Insel und nach zwei angenehmen Übernachtungsstopps sind wir wieder auf Kefalonia zurück.

Dieses Mal ankern wir vor dem Hafen Poros. Kaum ist sitzt der Anker, kommen mit den dunklen Wolken die ersten Böen über die Berge. Sie nehmen schnell zu und wir sind gleich mitten in einem kräftigen Gewitter. Beim Ankerlieger vor uns weht schon das Dinghy über der Reling, kurz darauf rollt sich das Vorsegel auf und es ist deutlich zu sehen dass der Anker zu rutschen anfängt. Wir starren gebannt auf das Boot, das langsam auf uns zu driftet. Der Skipper startet glücklicherweise den Motor und fährt Richtung tieferem Wasser. Mittlerweile regnet es wie aus Kübeln der Windmesser zeigt beständig über 30 Knoten an, mit einem Maximum von guten 40 Knoten. Unser Anker hält, ebenso wie bei dem Katamaran hinter uns. Wir schnaufen durch und betrachten die Wellen, die an unserem Boot vorbeilaufen. Das dritte Boot macht draußen regelrechte Bocksprünge in den Wellen, manchmal ist die Sicht aber so schlecht, dass wir es nicht mehr erkennen können, obwohl es nur wenige hundert Meter entfernt ist. Die Fähre kommt kam zwischenzeitlich auch noch angefahren, aber diese Windverhältnisse machen ihr nichts aus. Sie wartet ein paar Minuten ab, als ob der Kapitän schauen möchte ob sich das Wetter noch verschlechtert, dann legt sie sich langsam rückwärts an ihren Kai. Das Gewitter ist durch, die Welle braucht noch etwas bis sie sich langsam beruhigt. Kurz bevor es Dunkel ist, traut sich auch das dritte Boot wieder in die Bucht um den Anker zu setzen.

Da muss wohl ein Neues her…

So ein SUP ist mittlerweile ja fast schon Standard auf einem Boot. Mindestens jedes zweite fährt es seitlich an die Seereeling geschnallt mit sich spazieren. Und es ist auch wirklich nett, paddelnder Weise die Umgebung zu erkunden. Und bei wenig Wind ist man sogar überraschend flott unterwegs (bei Rückenwind natürlich auch, aber da muss man dann auch mal in die andere Richtung, was so ab 20kn wirklich anstrengend wird!).

Wir haben unser SUP seit Martinique und wenn wir es nicht brauchen, versuchen wir es möglichst wegzustauen und nicht an der Sonne zu lagern. Klar im Lock down in der Petit Anse Darle hing es fast die ganze Zeit am Boot, das war sicherlich eine große UV Dosis, doch es danach war auch oft zusammengefaltet unter Deck.

Das erste Mal als wir das SUP reparierten hatten wir zwei kleine Lecklagen an der Seitennaht entdeckt. Nichts Schlimmes, wir konnten es trotzdem benutzen, aber man sah Luftbläschen aufsteigen, wenn die Stelle unter Wasser gedrückt wurde. Das war vor drei Jahren in Menorca.

Noch hatten wir eine Zeitlang Ruhe, dann kam die nächste Reparaturstelle. Böse wurde es vor zwei Jahren. Wir wollten nur zwei, drei Stunden in die nächste Bucht, das SUP war an Deck gestaut, plötzlich einen Knall und das Paddel sackte in sich zusammen. An der Seite hatte sich die Verklebung auf 10cm verabschiedet. Mist. Ich weiß nicht mehr wie oft wir nun das SUP geflickt haben 3 Mal, 4Mal, aber beim letzten Versuch vor einem Jahr, als wir schon an Land standen, waren die Reparaturstellen schon recht groß und um es richtig dicht zu bekommen, hatten wir auch zwei PVC Streifen aufgeklebt.

Hier in der Vliho Bucht wurde es endlich wieder ausgepackt und aufgepumpt. Dabei wurden natürlich erst mal die Nähte mit Spüliwasser geprüft und bis auf zwei kleine Stellen alles dicht. Superklasse! Erst mal eine ausgiebige Runde paddeln. Zurück am Boot ließ ich das SUP im Wasser – dachte dann wird es vielleicht nicht zu heiß und ich kann am Nachmittag nochmal los. Keine Stunde später – bei einer gemütlichen Tasse Kaffee – zuerst ein kurzes Quiecken, dann ein Knall – tja, was soll ich sagen? Die Klebepads haben gehalten, dafür ist die Klebenaht an der Oberseite aufgegangen. Die Klebenähte halten dem Druck nicht mehr stand und können sich immer und überall mit einem Knall verabschieden. Fazit: jetzt ist Schluss, dieses SUP darf nicht mehr mit!

Die Flicken sind OK, aber oberhalb ist die Verklebung aufgeplatzt

Wieder im ionischen Meer

Wir wollten ausdrücklich als letztes Boot gekrant werden. Das hat auch gut geklappt. Nachteil ist natürlich, dass man am Nachmittag eventuell lange warten muss, je nachdem wie gut oder schlecht der bisherige Tag verlaufen ist. Ab 13:30Uhr sollten wir bereit sein, doch erst um 16:00Uhr wurde Piccolina dann aufgeladen. Vorteil: wir können alles nochmals mit Ruhe durchchecken und müssen erst am nächsten Morgen raus aus dem Slip.

Es läuft alles glatt, die Seeventile sind dicht, die Stopfbuchse entlüftet und dicht, der Motor läuft (hatten wir auch schon an Land getestet). Jetzt können wir nochmal ohne das Dinghy zu benutzen zu Panos zum Abendessen gehen und am nächsten Morgen ganz entspannt ablegen.

Es ist Samstag früh als wir uns vor Preveza vor Anker legen. Die Bucht ist schon recht voll, die Plätze mit etwas weniger Wassertiefe sind ziemlich belegt. Weiter draußen, bei 14m ist noch reichlich Platz.

Das tut richtig gut. Wenn man zu lange an Land ist, weiß man schon gar nicht mehr, wie das Leben an Bord im Wasser ist. Kein Staub, kein Lärm (oder zumindest viel weniger), eine leichte Prise von vorn, zur Toilette muss man keine Leiter hinabsteigen und 100m durchs Yard gehen und man kann direkt ins Wasser hüpfen wenn man möchte. Letzteres möchte ich nicht nur, sondern muss es auch kurz nachdem wir sicher vor Anker liegen. Denn, ja, die Seeventilverschraubungen sind alle dicht, aber leider ist wohl der Wassereinlass bei meiner Toilette verstopft. Das hatten wir doch schon mal? Verdammt. Jedenfalls kommt kein Wasser und als wir nach und nach die Schläuche abschrauben erkennen wir dass das Ventil sauber auf und zu geht, aber im Bogen vor dem Ventil (also auf der „Wasserseite“) kein Wasser durchkommt. Von Innen können wir die Verstopfung nicht rausschieben, wir kommen bis zum Bogen, dann ist Schluß, also Taucherbrille und Schnorchel auf und mit allerlei Werkzeug ab ins Wasser. Einen Korkenzieher drehe ich in die Verstopfung vom Borddurchlass und ziehe eine komische Masse raus, die aussieht wie eine Mischung aus Fasern und Algen. Doch es sitzt noch viel mehr im Borddurchlass. Rolf macht mir ein kleines Werkzeug aus einem Draht, mit einem kleinen Haken vorne dran. Das ist super. Ich tauche bestimmt 10,15 Mal und jedesmal bekomme ich was rausgekratzt. Schließlich scheint es endlich sauber zu sein und wir können innern wieder die Schläuche anschließen. Auch wenn sich das hier in der Beschreibung alles easy anhört, so waren das mindestens zwei Stunden Arbeit, aber schließlich funtioniert alles wieder. Super. Ist nur die Frage was hat unseren Borddurchlass verstopft? Es waren keine sehr feste Fasern, aber wir können es nicht definieren. Erst zwei Tage später erhärtet sich der Verdacht dass irgenwelche Insekten diese wunderbare, trockene Höhle unwiderstehlich fanden. Als ich nämlich den Rumpf des Bootes vom Dinghy aus inspiziere fällt mir der Auspuff unserer Dieselheizung ins Auge. Ein schönes, ca. zwei Zentimeter großes Loch in der seitlichen Bordwand. – und da schaut doch ein Stück Watte raus? Nein keine Watte, irgendein weicher, wolliger Samen. Und kaum rücke ich dem Auslass mit meinem neuen Werkzeug zur Leibe kommt mir allerlei entgegen. Blütenblätter, watteartiger Samen, auch festere Bestandteile räume ich aus dem Loch. Tja, das scheint wohl die gleiche Spezies an der Arbeit gewesen zu sein, wie an unserem Borddurchlass, nur das letzterer leider unter der Wasserlinie liegt.

Wir bleiben einige Tage vor Preveza und richten uns wieder auf das Bootleben ein. Mit dem Dinghy geht es an Land, das ist noch etwas schwierig nach Rolfs Knie OP. Die Anlandestellen müssen wir in Zukunft noch etwas besser aussuchen, denn das Knie ist noch nicht so kräftig wie vorher. Auch mit der Feinkoordination hapert es noch etwas. Aber es wird von mal zu mal besser.

Optimisten sind unterwegs vor Preveza

Ein paar Tage später ziehen schon vor Sonnenaufgang dicke Wolken auf. Das Wetterradar verheißt nichts Gutes, um uns herum viele Gewitter. In Sichtweite zum Flughafen sehen wir ein Flugzeug durchstarten, bevor es nach einer erneuten Schleife landen kann. Dann wird der Flughafen für einige Zeit geschlossen. Ein Flieger aus München wird nach Korfu umgeleitet, andere nach Athen – das kann man im Flightradar praktisch in Echtzeit mitverfolgen. Abends ist alles durch und wir können wie fast jeden Abend den Sonnenuntergang genießen.

Drei Tage später gehen wir Anker auf und segeln nach Lefkada. Eine wunderbare Briese pustet uns dem Kanal entgegen. Schade dass wir schon nach einer Stunde die Fock wieder einrollen müssen, denn dann geht es durch die Drehbrücke und den Kanal nach Süden.

Mit uns segeln einige Boot zur Brückenöffnung 
Ausgebranntes Motorboot vor der Drehbrücke in Lefkas
Eigentlich ist die Drehbrücke eine kleine Fähre, die sich zur Seite fährt und den Kanal alle zwei Stunden für die Boote zur Durchfahrt freigibt
Im Kanal nach Süden mit Blick auf die Insel Lefkada

In der Bucht von Vliho geht der Anker runter. Die Bucht ist sehr geschützt, der Ankergrund meist gut, leider ist das Wasser nicht klar, dafür hat man alles in Reichweite – gute Dinghystege, Supermärkte, Restaurants, Cafés, Bäcker. Und wenn man früh morgens aufs Wasser schaut, kann man vielleicht auch eine Schildkröte entdecken….

Die Bucht von Vliho ist riesig - ensprechend sind viele Boot hier. Um es mit den Worten eines Nichtseglers zu sagen: das ist wie ein Parkplatz auf dem Wasser
Man kann es sich hier ausgesprochen gut gehen lassen
Meist sieht man nur ganz kurz den Kopf einer Schildkröte beim Luft holen aus dem Wasser ragen, aber so nah beim Boot sieht man sie noch kurz vor dem untertauchen

Hitzewelle auf der Werft, Temperatur, Taupunkt und Co

Es ist einfach unglaublich wie die Zeit vergeht. Dachten wir zu Anfang, dass uns zwei, drei Wochen reichen um Piccolina fertig für den Launch zu bekommen, werden es nun doch fünf Wochen werden. Der Zeitplan ist wieder mal ziemlich daneben. Dabei war die To Do Liste eigentlich recht übersichtlich, doch wie so oft kam halt doch der ein oder andere Punkt dazu und andere Arbeiten zogen sich in die Länge wie ein Kaugummi. Nun aber ist die neue Batterie verbaut, mit der ganzen Peripherie die dazu gehört, der Kabelbaum ist verschlankt, eine falsche Verdrahtung, die wir schon seit Jahren gesucht haben ist entfernt und nun hoffen wir, dass die neue Elektrik und Elektronik problemlos funktioniert – drückt uns die Daumen! Immerhin hat unser Raspery Pie mit der passenden Software alle Geräte erkannt und gibt Verbrauch und Ladung an, sowohl vom Landstrom als auch von den Solarpanelen, die immer noch tadellos funktionieren. Ab Ende nächster Woche werden wir auf sie angewiesen sein, wenn wir wieder vor Anker sind.

Wo vorher gerade mal 4 Hausbankbatterien Platz gefunden hatten, ist nun auch Platz für zusätzliche Elektronik

Auch im Motorraum wurde neu verdrahtet.

Unsere Wasserverteilung hat uns auch einige Stunden Arbeit eingebracht. War doch ein unedleres Zwischenstück verbaut, dass sich unbemerkt über die Jahre langsam auflöste. Manchmal hat es ja auch Vorteile, wenn man im Motorraum zugange ist und sich auch andere Bauteile anschaut.

Um an den Wasserverteiler zu kommen muss man bäuchlings auf den Motor liegen…

Was uns jedoch wirklich geschlaucht hat war das Wetter. – Ja es ist heiß im Sommer in Griechenland. Ja, es ist sogar sehr heiß dort. Aber die letzten Wochen waren dazu noch extrem schwül. Die Meteorologen geben da gerne den Taupunkt an. Also die Temperatur bei der der Wasserdampf in der Luft kondensieren würde. Anders gesagt, je feuchter die Luft desto höher der Taupunkt, was man also früher mit relativer Luftfeuchtigkeit angegeben hat, wird heute oft durch den Taupunkt definiert. Wikipedia gibt an, dass ab einem Taupunkt von 16°C von einer schwülen Hitze gesprochen wird. Den Taupunkt messen können wir an Bord natürlich nicht, aber wir sind Luftlinie ca. 3km von der Messstation am Aktio Flughafen entfernt und können somit nachvollziehen warum es sich manchmal so unerträglich heiß anfühlt:

Kurz vor Mitternacht 30°C bei 24°C Tautemperatur ist nicht wirklich Spaß pur…

Besonders bei Arbeiten im Boot wird die Schwüle heftig. In kurzer Zeit sind T-Shirts und kurze Hosen völlig durchnässt. Die Werkzeuge gleiten einem aus der Hand und der Fußboden wird gefährlich rutschig wenn der Schweiß tropft. Auch die Augen brennen.

Schweißtreibende Temperaturen …

Vorsicht – Rutschgefahr!

Ohne Ventilatoren wäre die Lage noch desaströser. Unser Neuer – Freddy – läuft die ganze Nacht leise summend über unserer Koje und kühlt die nackte Haut auf eine erträgliche Schlaftemperatur. Lange Arbeitstage sind nicht drin, aber wohin bei der größten Hitze des Tages? Eine kurze Abkühlung bringt ein Einkauf bei der deutschen Supermarktkette – auch die Autofahrt dort hin ist ganz angenehm. Im schattigen Biergarten geht es so einigermaßen, wenn am Nachmittag der Wind aufbriest. Zum Abendessen fahren wir gern nach Vonitsa. Dort ist es nicht ganz so heiß, nicht ganz so feucht und unser Stammrestaurant liegt zwei Stunden früher im Schatten als anderswo. Auf die kleinen Dinge kommt es manchmal an.

Bevor die Maulbeerbäume geschnitten wurden gab es einen wunderbaren Schattenplatz auf der Werft für eine Siesta

Ein zweiter beliebter Kurzausflug geht rüber nach Lefkada – unter hohen Bäumen mit Blick aufs Meer

Festung vor der Kanalbrücke

„Regatta“ von Lefkada nach Preveza am Freitag Nachmittag

Während ich diese Zeilen schreibe liegen die schlimmen Tage hinter uns. Ja, auch heute hatten wir 30°C, aber dennoch empfanden wir es als richtig angenehm. – ein Blick auf die Messstation Aktio zeigt Taupunkt 19°C, das ist für uns nicht schwül, sondern schon richtig erfrischend. Und auch die Nächte werden nicht mehr so klebrig. So kann das Wetter gerne noch eine Weile bleiben.

Wir haben noch ein paar Tage bis wir ins Wasser kommen, aber das wichtigste ist fertig. Die Segel sind angeschlagen, der Außenborder läuft , das Dinghy hat ein Bodenbrett bekommen, die Seeventile sind kontrolliert, der Rumpf abgeschliffen, das Gas aufgefüllt (da wir immer noch die karibischen Flaschen haben, bleibt uns da leider kaum was anderes übrig), die Stopfbuchse gefettete und, und, und….

Gas…

…und Außenborder – ✓Check

Meist sind Wolken rar, doch manchmal gibt es schöne Bilder am Himmel

Zurück aufs Boot

Zugegeben: die Fahrt mit dem Auto nach Griechenland zieht sich schon. Besonders um diese Jahreszeit, wenn gefühlt halb Europa ans Mittelmeer möchte. Es gibt mehrere Routen die man nehmen kann: da wäre zum einen natürlich die Fähre von Italien über die Adria. Geht etwas schneller, ist teurer und sollte auch vorher gebucht werden. Auf dem Landweg geht es dafür ganz spontan. Wir haben uns für die Fahrt über Kroatien, Bosnien-Herzegovina, Montenegro und Albanien entschieden. Diese Route haben wir schon einmal genommen aber jetzt im Hochsommer ist deutlich mehr los.

Bosnien Herzegowina und Montenegro sind selbst im Hochsommer noch überraschend grün…

Auch Albanien hat eine schöne Landschaft zu bieten, aber leider ist vieles auch total vermüllt.

Griechenland begrüßt uns mit einem Regenschauer, doch als wir bei unserer Piccolina ankommen ist alles schon wieder trocken – und schwülheiß. Kurz vorher machten wir noch einen kurzen Boxenstopp bei Lidl um uns mit dem nötigsten einzudecken, denn am nächsten Tag – 15. August – ist Feiertag und da hat alles zu. Im Boot ist es die reinste Sauna. Knapp 50°C zeigt das Thermometer, das hält man nicht lange aus. Strom angesteckt, Batterien gecheckt, geschaut ob alles trocken ist, dann die Seitenfenster auf und noch kurz um die Ecke zum Grieche unseres Vertrauens. Nach dem Essen ist die größte Hitze aus dem Boot gewichen. Obwohl es sich so gut anfühlt wieder hier zu sein sind wir völlig durch, geben uns noch einen Ouzo und fallen ins Bett – am nächsten Morgen dürfen wir ja ausschlafen und werden nicht vom Werftlärm geweckt, Feiertag sei Dank!

Wie schön: unsere Aloe hat überlebt!

Wie üblich stehen noch einige Arbeiten an,bevor Piccolina wieder ins Wasser darf. Aber davon dann im nächsten Beitrag